Unterlagen und Impressionen zum OKB Symposium 2017 sind aufgeschaltet

Die Unterlagen und Impressionen vom Symposium 2017 finden Sie hier.

Wir danken allen Teilnehmenden und den Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.

Feedback Symposium 2017

Feedback zum Symposium 2017






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Anregungen für künftige OKB Symposien

MoDiMiDoFrSa

Vielen Dank für Ihr Feedback und Ihre Anregungen.

Die Auswertung finden Sie ab Januar 2018 auf dieser Webseite.

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Podium zum Thema «Wie gehen Berufsbildungsprofis mit Unsicherheiten im rasanten Wandel um?»


Es diskutieren unter der Moderation von Maximilian Koch:

Prof. Dr. Helmut Willke, Soziologe Universität Bielefeld und Zeppelin Universität Flavia Sutter,
Berufsfachschullehrerin Allgemeinbildung, GBS St.Gallen
Marcel Honegger,
Werkmeister Ausbildungswesen, Bruderer Maschinenfabrik AG in Frasnacht TG
Christian Schlegel,
Lehrgangsleiter ÜK Informatik und Mediamatik ZbW
       
Studium der Rechtwissenschaft und Soziologie in Tübingen und Köln, Promotion in Tübingen, Beschäftigt sich als Wissenschaftler mit Fragen der Wissenssoziologie und Global Governance Kfm. Lehre bei Bischoff Textil AG in St.Gallen, Wirtschaftsmatura ISME in St.Gallen, Dipl. Sekundarlehrerin PHSG, CAS in Grundlagen der Beratung von Berufsbildungsverantwortlichen, Dipl. Berufsfachschullehrerin EHB Lehre als Maschinenmechaniker bei STARRAG AG in Rorschach, Fachausweis Ausbilder am ZbW in St.Gallen, in Ausbildung als Erwachsenenbildner HF am ZbW in St.Gallen Nach Informatikstudium in St. Gallen in die Berufsbildung eingestiegen. Das Basislehrjahr Mediamatiker und Informatiker betreut. Fachausweis Ausbilder am ZbW und Experte im Bereich blended learning.

 

 

Inputforum zum Thema «Flexibilisierung der Berufslehren»

Martin Frieden, Eidg. dipl. Berufsfachschullehrer fachlicher Richtung, Abteilungsleiter «Informations- und Energietechnik IET» an der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern gibb und aktuell Projektleiter «Flexible Berufslehre». Lehre als FEAM, Studium Elektrotechnik an der Ingenieurschule Burgdorf, Nachdiplomstudium Software-Engineering, SWS, Spezialisierung UNIX und Führungsausbildungen an der Uni St.Gallen und der Berner FH. Praxiserfahrungen in Betrieben wie Tricom Telecommunication, ascom Tech AG und ascom Transmission AG.

In Bern wird aktiv an der zukünftigen Informatikausbildung als Konkretisierung der Berufsbildungsstrategie 2030 gearbeitet – sie soll flexibler ausgestaltet werden. Die Digitalisierung der Wirtschaft erfordert auch neue Modelle der Stoffvermittlung, davon sind die Initianten überzeugt. In einem ersten Schritt wird die Flexibilität des Modulsystems der Informatikausbildung den individuellen Bedürfnissen der betrieblichen Bildung orientiert. Die jungen Berufsleute lernen zu Beginn das, was sie im Betrieb dringend brauchen. In einem zweiten Schritt soll die Informatikausbildung mit einer Individualisierung des Unterrichts und einem zunehmenden Anteil an selbst-organisiertem Lernen bedarfsgerechter gestaltet werden. Dass Berufsschüler zunehmend ausserhalb der Schule lernen sollen, wird in der Arbeitswelt unterschiedlich bewertet und kommentiert. Das Pilotprojekt in Bern steht unter kritischer Beobachtung, insbesondere was die Lehrabbrüche und die Erfolgsquote bei den Lehrabschlüssen anbelangt.

 

Inputforum zum Thema «Flexibilisierung der Berufslehren»

Andreas Bischof, ist seit 2009 Leiter der Berufsbildung der Firma Bühler AG in Uzwil und damit verantwortlich für die Ausbildung von rund 300 Lernenden. Zuvor hat er an der Berufsfachschule Arbon während 18 Jahren unterrichtet und in verschiedenen Firmen als Konstrukteur gearbeitet. Andreas Bischof ist dipl. Ausbildungsleiter und hat 2015 an der ZHAW das MAS-Studium in Ausbildungsmanagement mit der Masterarbeit „Evaluation der Unterrichtsqualität im virtuellen Klassenzimmer“ abgeschlossen. Den Aufbau einer dualen Berufsbildung an den Bühler Standorten in Minneapolis (2012) und Raleigh (2015) gehörten zu den weiteren Herausforderungen, welche es mit seinem Team zu meistern galt.

Um Bühler Lernenden einen Auslandeinsatz von bis zu sechs Monaten während der Lehre zu ermöglichen, ohne dabei den Unterricht an der Berufsfachschule zu verpassen, haben Felix Tschirky (Prorektor BZWU) und Andreas Bischof gemeinsam das multimediale Klassenzimmer „ClassUnlimited 2.0“ entwickelt. Das dazugehörige didaktische Konzept wurde in enger Kooperation mit der PH St. Gallen bzw. dem Institut ICT & Medien auf Basis der flipped classroom Methode entwickelt. Diese Methode beinhaltet die unterschiedlichsten Themen wie die Digitalisierung des Unterrichts, zeitgemässe didaktische Lehr-/Lernformen, Sprach- und Kulturschulung und die Entwicklung der dualen Bildungskooperation. Die Lernenden erarbeiten sich teilweise ihr Wissen selbständig oder in Gruppen, geführt durch ein Learning-Management-System. Die Lehrpersonen bereiten die Lerninhalte mit Hilfe unterschiedlicher Medien vor und legen dabei das Vorgehen fest. Innerhalb des E-Portfolios bearbeiten die Lernenden die entsprechenden Lernobjekte, dokumentieren den Lernprozess, bekommen Feedbacks der Lehrpersonen und/oder der anderen Lernenden.
 

 

«Wandel verlangt neue Fähigkeiten»

Valérie Schelker, lic.rer.pol., ist Leiterin Personal und Mitglied der Konzernleitung der Schweizerischen Post AG. Zuvor war sie während mehreren Jahren bei der PostFinance AG in verschiedenen Funktionen tätig, zuletzt als Leiterin Arbeitswelt und Mitglied der Geschäftsleitung der PostFinance AG.

Die Post will die physische und die digitale Welt optimal miteinander verbinden und den Kunden einfache Lösungen aus einer Hand bieten. Dafür verfolgt sie ein Wachstums- und Entwicklungsprogramm mit verschiedenen Schwerpunkten wie zum Beispiel E-Commerce, Digital Banking, Cross-Channel-Communication, Mobilitätslösungen oder «Digital Trust» mit innovativen Angeboten wie E-Health oder E-Voting.

Welche Auswirkungen hat dieser Transformationsprozess auf die Anforderungen an die Fähigkeiten der Mitarbeitenden und den Rekrutierungsprozess? Und wie kann ein Unternehmen den «Skill Change» begleiten und unterstützen?

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend: Flexible Arbeitszeiten und -orte, ein verändertes Rollenverständnis des Vorgesetzten als Coach, bereichsübergreifende Zusammenarbeit, flache Hierarchien und digitale Kommunikationsformen sind Stichworte dazu. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Mitarbeitenden an ihren Job und die Arbeitgeberin: Die Nachfrage nach Teilzeitarbeit, Job-Sharing und agilen Arbeitsformen nimmt zu. Human Resources begleitet diesen Wandel mit neuen Modellen in der Personal- und Führungsentwicklung – auch in der Ausbildung von Lernenden.

 

 

«Heiterer Ernst im rasanten Wandel»

Mark Riklin, geboren 1965 in St. Gallen, lebt im Sambucoland von Speicher. Vater von zwei kleinen Mädchen (7 und 9 Jahre alt). Freiberufliche Tätigkeit als Depeschenkurier, Hofnarr und Öffentlichkeitshersteller. Leiter der «Meldestelle für Glücksmomente» und der Schweizer Landesvertretung des «Verein zur Verzögerung der Zeit». Lehrbeauftragter an verschiedenen Fachhochschulen im In- und Ausland. Geschichtenkurier im SBW Haus des Lernens. M.A. in Sozialwissenschaften an der Uni Konstanz in Psychologie, Soziologie, Politologie; Pädagogische Hochschule St.Gallen.

Kontrapunkt: Doppelt so langsam? – Auswege aus der Beschleunigungsfalle

„Haben Sie heute schon Nichts gemacht?“ Nicht nur Berufsbildungs-Profis sondern unsere Gesellschaft als Ganzes ist einem rasanten Wandel unterworfen, der uns als Individuen und als Gesellschaft an die Grenzen bringt. Immer wieder spulen wir im Hamsterrad und rennen mit Scheuklappen durchs eigene Leben, als ob es darum gehen würde, möglichst schnell damit fertig zu sein, ganz nach dem Motto „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Wie dieses Wettrennen gegen die Zeit gewinnen; wie der Beschleunigungs- und Effizienzfalle entfliehen; und wie Zeit für das Wesentliche in unserem Leben gewinnen? Ein Plädoyer für Verdauungsphasen, unbewirtschaftete Leerstellen und Not-to-do-Listen.
 

 

«Bereiten wir auf die richtigen Berufe vor? – Be-rufsbildung Schweiz im Zeitalter der digitalen Transformation»

Prof. Dr. Ursula Renold, seit 2013 Leiterin Forschungsbereich Bildungssysteme, KOF Konjunkturforschungsstelle, ETH Zürich sowie Präsidentin des Fachhochschulrates der FHNW; Sie ist seit 2010 Honorarprofessorin an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, Mannheim.

Ursula Renold war von 2005-2012 Direktorin des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie (BBT), von 2001-2005 Stellv. Direktorin des BBT sowie Leiterin des Leistungsbereichs Berufsbildung. Zudem leitete sie von 2000-2005 Direktorin des Schweizer Instituts für Berufspädagogik mit den Standorten Zollikofen, Lugano und Lausanne.

Das Referat erläutert die Grundzüge des Schweizer Berufsbildungssystem und zeigt ausgewählte Outcome-Effekte auf. Frau Renold geht Fragen auf den Grund wie beispielweise: «Wie begegnet man dem Problem, dass Berufsbildungsreformen von den Ergebnissen einer Arbeitsmarkt-Umfrage bis zum Abschluss der ersten Kohorte von Berufslernenden rund 10 Jahre dauern?» oder «Wo sind die Frühindikatoren zum digitalen Wandel erkennbar, so dass sie rechtzeitig in die Berufsreformen einfliessen können?» Im Weiteren werden wichtige Trends auf dem Arbeitsmarkt beleuchtet, welche die Zukunft der Bildungsprozesse prägen werden. Anhand von Forschungsresultaten zur Wirksamkeit von Berufsbildungssystemen wird aufgezeigt, wie die Schweiz den Megatrends auf dem Arbeitsmarkt begegnen kann, um auch in Zukunft die richtigen Berufe vorzubereiten.
 

 

Forum «World Café» zum Thema «Wir Berufsbildungsprofis im rasanten Wandel»

Der Referent Daniel Niklaus (Inhaber Netlive IT AG) und die Referentinnen Valérie Schelker (Personalchefin Post CH AG) und Prof. Dr. Ursula Renold (Leiterin Forschungsbereich Bildungssysteme, KOF Konjunkturforschungsstelle, ETH Zürich) werden am World Café teilnehmen und sich einbringen.

Daniel Niklaus
Inhaber Netlive IT AG
Valérie Schelker
Personalchefin Post CH AG
Prof. Dr. Ursula Renold
Leiterin Forschungsbereich Bildungssysteme,
KOF Konjunkturforschungsstelle, ETH Zürich

Mit der Methodik des World Cafés, in welchem Sie sich als Teilnehmende an Tischen zur Diskussion zusammenfinden, wird ein reger Austausch ermöglicht.

In ungezwungener Atmosphäre führen Sie spannende Gespräche mit Kolleginen und Kollegen aus Betrieben, Schulen und Ämtern zum Thema «Wir Berufsbildungsprofis im rasanten Wandel».

  • Wie erlebe ich den rasanten Wandel?
  • Wo erkenne ich Chancen?
  • Wovor habe ich Respekt?
  • Welche Zukunftsszenarien sehe ich?

D. Niklaus, V. Schelker und Prof. Dr. U. Renold werden am World Café teilnehmen und sich einbringen. So bekommen Sie die Gelegenheit, sich auf einer individuelleren Ebene mit den Standpunkten und Meinungen der Referentinnen und des Referenten auseinanderzusetzen.
 

 

«Rasanter Wandel als Faktor systemischer Konfusion»

Prof. Dr. Helmut Willke lehrt seit 1983 Soziologie an der Universität Bielefeld; seit 2002 Professur für Staatstheorie und Global Governance. Seit 2008 Professur für Global Governance an der Zeppelin Universität, Friedrichshafen. Gastprofessuren in Washington D.C., Genf und Wien.

1994 Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Forschungsschwerpunkte sind Systemtheorie, Staatstheorie, globale Steuerungsregime, globale Netzwerke und Wissensmanagement. Autor des Grundlagenwerks zum systemischen Wissensmanagement.

Wandel ist das einzig Stabile und Verlässliche. Insofern sind Menschen und soziale Systeme längst und gut auf Wandel eingestellt. Dies gilt allerdings nur für kontinuierlichen und schrittweisen Wandel, nicht für disruptive Veränderungen und fundamentale Transformationen. Zwei Faktoren sprechen dafür, dass wir es gegenwärtig – und auf längere Zeit – mit disruptivem Wandeln zu tun haben: (1) eine sich vertiefende kontroverse Globalisierung und (2) der Übergang von der Industriegesellschaft in die Wissensgesellschaft, welche durch Digitalisierung, globale Vernetzung, künstliche Intelligenz und Roboterisierung gekennzeichnet ist.

Der Vortrag behandelt die Frage, wie sich Menschen und soziale Systeme auf diesen disruptiven Wandel einstellen. Auf den drei Ebenen (Person, Organisation und Funktionssysteme) werden Aspekte der Herausforderung und möglicher Copingstrategien behandelt. Am Ende werden einige Folgerungen aus den vorgetragenen Argumenten für die Notwendigkeit politisch/institutioneller Lernprozesse und für die Berufsbildung gezogen.
 

 

Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung