Lernende haben sich den Herausforderungen, Normen, Kulturen und Erwartungen der Arbeitswelt zu stellen. Sie kommen aus den verschiedensten sozialen Schichten und Bildungsniveaus. Der Bildungserfolg der Volksschule beruht nicht nur auf individuellen Fähigkeiten und persönlichen Anstrengungen der Jugendlichen, sondern ist auch massgebend vom sozialen Umfeld geprägt. In der Berufsausbildung haben die Jugendlichen das erste Mal die Möglichkeit, sich in eine selbstgewählte Richtung zu entwickeln. Alle an der Ausbildung Beteiligten nehmen dabei eine wichtige und prägende erzieherische Aufgabe wahr.

Im ÜK überwiegt der Praxisbereich. Hier müssen berufliche Normen und gesetzliche Vorschriften beachtet und eingehalten werden. Die erfolgreiche Umsetzung praktischer Aufgaben ist oft die erste positive (Schul-)Erfahrung seit langem. Die Herausforderung für ÜK-Fachlehrpersonen ist es, Schul- und Berufskultur ausgewogen und situationsgerecht zu vermitteln.
Inhalt dieses Forums wird die Diskussion über die Umsetzung von Regeln und Normen der Berufswelt, insbesondere im ÜK sein. Begriffe wie Leistungs- und Entwicklungsbereitschaft, Disziplin und Werte stehen im Zentrum.

Daniel Inauen
Geschäftsführer
Fachlehrperson Gastro formation SG AR AI FL

Lernende, welche neu die Berufsfachschule besuchen, bringen eine mehr oder weniger gefestigte Persönlichkeit und Reife mit. Der Einfluss der Erziehungsberechtigten nimmt ab, die Schulerfahrungen haben geprägt und das Ziel des Erwachsenwerdens rückt in greifbare Nähe. Die Jugendlichen bekommen neue Ansprechpersonen in Form der betrieblichen Ausbilderinnen/Ausbilder und der Berufsfachschullehrpersonen. Wesentlichen Einfluss hat auch die neue Klasse, welche jetzt aus Jugendlichen des gleichen Berufs zusammengesetzt ist.

Die Herausforderung der Lehrpersonen und Mitarbeitenden der Berufsfachschule ist es, die neuen Lernenden in die bestehende Kultur einzubinden und die entsprechenden Werte gemeinsam mit ihnen zu definieren und zu leben. Schulreglement, Hausordnung und das gemeinsame Verständnis aller Beteiligten definieren die Rahmenbedingungen. Die bestehende Kultur ist Leitplanke, lässt aber auch Frei- und Spielräume.

Inhalt dieses Forums wird die Diskussion die Setzung und Umsetzung der Regeln sein. Aspekte wie Grenzen setzen, Regeln vereinbaren, Fairness, Durchsetzungsvermögen oder Konsequenz stehen im Zentrum der Gesprächsrunde.

Hanspeter Schläpfer
Rektor Berufsfachschule Herisau

Lernende haben sich den Herausforderungen, Normen, Kulturen und Erwartungen der Arbeitswelt zu stellen. Sie kommen aus den verschiedensten sozialen Schichten und Bildungsniveaus. Der Bildungserfolg der Volksschule beruht nicht nur auf individuellen Fähigkeiten und persönlichen Anstrengungen der Jugendlichen, sondern ist auch massgebend vom sozialen Umfeld geprägt. In der Berufsausbildung haben die Jugendlichen das erste Mal die Möglichkeit, sich in eine selbstgewählte Richtung zu entwickeln. Alle an der Ausbildung Beteiligten nehmen dabei eine wichtige und prägende erzieherische Aufgabe wahr.

Im Berufsleben müssen berufliche Normen und gesetzliche Vorschriften beachtet und eingehalten werden. Die erfolgreiche Umsetzung praktischer Aufgaben ist oft die erste positive Erfahrung seit langem.

Inhalt dieses Forums wird die Diskussion über die Umsetzung von Regeln und Normen der Berufswelt im Kontext der Berufslehre sein. Begriffe wie Leistungs- und Entwicklungsbereitschaft, Disziplin und Werte stehen im Zentrum.

Albert Koller
Leiter Jansen Academy, Jansen AG Oberriet SG

Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten…richtig abgeholt…entwickeln sich zu wertvollen Lernenden. Normalbegabte Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten haben viele Fähigkeiten. Aus unterschiedlichen Gründen haben sie aber wenig Zugang zu ihren Ressourcen oder können sie nicht umsetzen. Mit Struktur, Beziehung und verlässlicher Kontaktgestaltung können sie ihre Fähigkeiten entwickeln und ihr Potential besser ausschöpfen.

Anhand von Fallbeispielen aus der Arbeit mit Oberstufenschülern und –schülerinnen in einem Sonderschulheim wird aufgezeigt, wie Jugendliche für den Einstieg in die Berufswelt vorbereitet werden und wie sie Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Frustrationstoleranz, Durchhaltevermögen und Toleranz entwickeln. Welche Interventionen, welche Strukturen oder Abläufe sind dabei unterstützend, welche hinderlich? Greifen diese Interventionen auch in der Berufsbildung? Wie können diese Jugendlichen in der Lehre überhaupt erreicht und abgeholt werden? Was kann von ihnen erwartet werden und wo benötigen sie weiterhin Unterstützung oder Anleitung? Wie weit geht die Aufgabe der Berufsbildungsverantwortlichen?

Diesen und weiteren Fragen werden wir im Forum nachgehen.

Elisabeth Dorizzi-Weibel
Schulleiterin Sonderschulheim Kinder Dörfli Lütisburg
Schulische Heilpädagogin, Lerntherapeutin ILT,
Supervisorin BSO

Heimerziehung wirkt, soviel vorweg. Aber während bei Institutionen für Kinder der Schutz des Individuums, z.B. vor ihren Eltern, im Zentrum steht, denkt man bei Jugendheimen eher an den Schutz (der Gesellschaft) vor diesen jungen Menschen. Heimerziehung wirkt auch bei Jugendlichen und zwar bessser als ihr Ruf. Deshalb aber von einem Heim-Vorteil zu sprechen, scheint doch etwas gewagt.

Kaum ein Berufseinstieg, den wir in der Institution Hölzli begleiten, läuft reibungslos ab. Oftmals brauchen alle Beteiligten Extraportionen Nerven, Humor und vor allem guten Willen. Wir nennen uns ein Haus der Chancen, denn unsere Begleitungsarbeit kann nur gelingen, wenn wir unseren Blick für kleine Schritte schärfen, wenn wir hartnäckig bleiben und eine ressourcenfokussierte Kultur etablieren. „Systemsprenger brauchen ein System, das sie aushält“, hat ein Freund einmal pointiert. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Es ist aber auch wichtig, beharrlich einzufordern.
Damit aus der Stigmatisierung wirklich ein Heim-Vorteil werden kann, arbeiten wir nach der Formel: Akzeptanz+Konfrontation=Entwicklung! Die Akzeptanz gilt der Persönlichkeit des jungen Menschen, die Konfrontation seinem (herausfordernden) Verhalten.

Fallbeispiele und Praxiserfahrungen bilden die Grundlage dieses Inputforums. Es werden Haltungen diskutiert und Lösungsansätze präsentiert.

Andrea Zuffellato
Lehrer, Ausbilder und Berater, Unternehmer und Autor Geschäftsführer des Weiterbildungsinstituts planoalto und der Institution Hölzli – einem Integrationsprojekt für junge Menschen in her-ausfordernden Lebensumständen.

Zahlreiche gutgelaunte junge Leute geniessen ihre Freizeit im öffentlichen Raum. Nicht immer läuft alles friedlich und gesittet ab. Verschiedene Faktoren beeinflussen ihr Verhalten. Das führt oftmals zu Konfrontationen mit der Werthaltung der Gesellschaft. Häufig wird in solchen Situationen die Polizei gerufen. Ihre Aufgabe ist es zu schlichten, zu vermitteln oder polizeiliche Massnahmen zu treffen. Oftmals wirkt sie dabei erzieherisch.

Wm mbA E. Kuster,
Verkehrs- und Sicherheitsinstruktion, Stapo SG

Wm Ch. Gisler,
Jugendpolizei, Stapo SG

Berufsbildungsprofis sehnen sich danach, in anspruchsvollen (Erziehungs-)Situationen ruhig und gelassen zu bleiben. Wie können wir in und mit Drucksituationen besser umgehen? Das Regulieren von Stress ist eine Selbstkompetenz und meint, sich selbst sicher durch den Lebens- und Arbeitsalltag zu führen und Beziehungen zufrieden gestalten zu können. Unsere Stressreaktionen sind oft individualisierte, automatisierte Verhaltenskürzel. Allein das Wissen um die biologischen Stressmechanismen ist ein erster hilfreicher Schritt.

Selbstführung durch Achtsamkeit ist ein wissenschaftlich belegter und hilfreicher Weg sowie Basis für die erfolgreiche Führung von Menschen. Über die Schulung von Achtsamkeit können unbewusst wirkende und nicht hinterfragt ablaufende Automatismen erspürt und allenfalls verändert werden. Zudem ist Achtsamkeit eine bestimmte Art und Haltung, sich der Umwelt und sich selbst zuzuwenden; bewusst, im gegenwärtigen Moment und ohne zu urteilen.  Warum wir jedoch eine Neigung zum Interpretieren haben, veranschaulicht eine Stippvisite in die Wahrnehmungspsychologie

Brigitte Riedmann
Fachpsychologin für Psychotherapie (FSP/SGVT)Achtsamkeitstrainerin (MBSR / MBCT)
brigitte-riedmann.eu

Was passiert eigentlich, wenn ein Jugendlicher strafrechtliche Grenzen überschreitet? Welche Strafen und Massnahmen kennt das Schweizerische Jugendstrafrecht? Was sind die Unterschiede gegenüber dem Erwachsenenstrafrecht? Gibt es mögliche Schnittstellen zu den Berufsschulen? Und falls ja: Wie gehen wir damit um? Was können Sie von der Juga erwarten und was nicht? Und schliesslich: Sind wir etwa Kuschel-Juristen?

In einem Input-Referat werden die Grundsätze des Schweizerischen Jugendstrafrechts erläutert. Anhand von konkreten Beispielen wird sodann die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerorganisationen (u.a. Schulen) und dem Spannungsfeld mit dem Datenschutz aufgezeigt.

Barbara Reifler
lic.iur., Leitende Jugendanwältin Kanton Thurgau

Welches sind die wesentlichen Einflussfaktoren der Bildungsqualität? Sind es die detailliert ausgestalteten Bildungsverordnungen und Lehrpläne oder die Qualitätsmanagementsysteme mit ihren aufwändigen Akkreditierungsverfahren? Löst der alleinige Einsatz innovativer Methoden im Unterricht das Versprechen nach mehr Lernerfolg ein oder zeigen Lehr-/Lernsettings, in denen die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden eine bedeutende Rolle spielen, eine grössere Wirkung? Diesen und weiteren Fragen geht der Referent im Inputforum nach und zeigt eine mögliche Wende in der Bildungsqualitätsentwicklung auf.

Dr. Andreas Schubiger
Rektor und stv. Direktor ZbW
M.A. in Erziehungswissenschaften

Im Rahmen unserer Tätigkeit als Lehrpersonen scheint es unausweichlich, dass wir in unserem Unterricht mit Missverständnissen, Spannungen oder gar Konflikten konfrontiert werden: Einzelne Lernende kommen zu spät, sitzen unvorbereitet und gelangweilt im Unterricht, führen lieber Zwischengespräche oder widmen ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen. Solche und weitere Alltagsstörungen können uns im Unterricht begegnen. Wenn sich die Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrpersonen in einer Sackgasse befindet und die Anstrengungen der Betroffenen zur Veränderung dieser Situation alles nur noch zu verschlimmern drohen, haben wir es mit einem ernsthaften Konflikt zu tun. Solche Situationen treffen wohl eher selten ein, ausschliessen dürfen wir sie jedoch auch nicht.

Dieses Forum geht den folgenden Fragestellungen nach: Mit welchem Rollen- und Erziehungsverständnis leite ich meinen Unterricht? Wie können wir als Lehrpersonen Unterrichtsstörungen präventiv auffangen? Von der Prävention zur Intervention: Wie kann ich mit den Schülerinnen und Schüler nachhaltige Konfliktlösungen erzielen?

Martin Keller
Dr. oec., dipl. Hdl. HSG, Studium der Betriebswirtschaft und Pädagogik an der Universität St.Gallen (HSG), Zusatzausbildung in Kommunikationspsychologie für Kommunikationsberatung und –training, Mediator. Bereichsleiter ‚Schulführung & Schulentwicklung‘ sowie Projektleiter am Institut für Wirtschaftspädagogik.

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