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Symposium 2014: «Multikulturalität und Werte»

Fuchs_WernerJugendliche entwickeln ihre Identität, indem sie ihre persönlichen Wünschen und Vorstellungen am sozio-kulturellen Umfeld ausrichten, in dem sie aufwachsen. Auch Schweizer Jugendliche treffen nicht auf ein völlig homogenes soziokulturelles Milieu.
Die von den Eltern vertretenen Werte können sich deutlich von denen unterscheiden, welche unter Kollegen und in den Medien propagiert werden. Noch anspruchsvoller ist die Situation für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Sie wachsen in der
Mehrheitskultur des Auf-nahmelandes auf und bewegen sich gleichzeitig in ihrem Familienkontext oft noch ausgeprägt in der Her-kunftskultur der Eltern und Grosseltern.

In der Identitätsentwicklung haben sie Wege zu finden, die jeweils unterschiedlichen Ansprüche miteinan-der zu verbinden. Dieses Pendeln zwischen unterschiedlich strukturierten Lebenswelten und Wertsystemen sollte nicht nur als Belastung und
Problem betrachtet werden. Gelingt es, diesen Prozess zu fördern, kann dieser gelingende Balanceakt der Jugendlichen auch als Chance gesehen werden, in dieser permanenten Übersetzungsleistung interkulturelle Kompetenz auszubilden.

Im Forum werden Modelle der Identitätsentwicklung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund be-schrieben und Erfahrungen und Ansatzpunkte zu deren Förderung aufgezeigt.

Prof. Dipl.Psych. Werner Fuchs, PHSG

 

 

Symposium 2014: «Werteentwicklung in Bildungsgängen – ein utopisches Ziel? Möglichkeiten zur Förderung von Werten und Einstellungen in Lehr-Lernprozessen aus einer neuen Perspektive»

saskiaUnser übergeordnetes Ziel ist die Förderung von beruflichen Handlungskompetenzen bei den Lernenden. Dazu gehört neben der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten auch die Entwicklung zu Persönlichkeiten mit entsprechenden Werten und Einstellungen. Eine Anforderung, die insbesondere im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder verstärkt in den Vordergrund gerückt ist und eine Herausforderung für Lehr-personen aller Schulstufen sowie Berufsbildungsverantwortliche darstellt. Doch wie kann man Lehren und Lernen gestalten, wenn man das Ziel hat, neben fachlichen Inhalten auch die Entwicklung von Werten und Einstellungen der Jugendlichen zu fördern? Das Forum bietet einen neuartigen Zugang zu dieser Problem-stellung, indem Erkenntnisse aus der sozialpsychologischen Einstellungsforschung und deren Implikatio-nen für die
Gestaltung von Lernumgebungen thematisiert werden.

Anhand konkreter Praxisbeispiele aus den Bereichen Hochschule und Weiterbildung, bei denen insbesondere die Förderung von Einstellungen gegenüber verantwortungsvollem Handeln im Vordergrund stehen, soll diskutiert werden, inwieweit diese
vielversprechenden Ansätze auf den Berufsbildungsbereich übertragen werden können.

Saskia Raatz, Projektleiterin und Dozentin am IWP-HSG
 

 

Symposium 2014: «Worauf du dich verlassen kannst – Ein Leben ohne Werte ist ein Leben ohne Halt»

bischofInputforum «Worauf du dich verlassen kannst … Ein Leben ohne Werte ist ein Leben ohne Halt»

Werte begründen und führen zu Haltungen. In Haltungen manifestierte Werte prägen mein Leben und mein Umfeld. Grundlage aller Werte, die mein Leben als Christ prägen, ist der unauflösliche Zusammenhang von Gottes- und Menschenbild, bzw. von Gottes- und Nächstenliebe. Ich kann keinen Menschen sehen ohne daran zu denken, dass Gott zu ihm ein unauslöschliches JA gesagt hat.

Alle Werte, denen ich begegne, werden durch mich an diesem Grundsatz gemessen, reflektiert, kritisiert. Aus diesem Menschenbild erwachsen Menschenrechte, Solidarität, Freiheit, Gleichheit, Friede, Bewahrung der Schöpfung, etc. Dieses Menschenbild befähigt mich zum Dialog mit allen Menschen und bewahrt mich vor der Versuchung der Diskriminierung in allen Schattierungen. Dieses Menschenbild dient als kritisches Korrektiv für alle Le-bensbereiche, auch Politik und Ökonomie.

Wie komme ich auf diese Werte, wenn ich nicht an Gott glaube? Stell dir die Frage, was du im innersten Kern brauchst, um glücklich zu sein – und du wirst sie finden.

Bischof Markus Büchel, Bistum St. Gallen