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Podium zum Thema «Wie gehen Berufsbildungsprofis mit Unsicherheiten im rasanten Wandel um?»


Es diskutieren unter der Moderation von Maximilian Koch:

Prof. Dr. Helmut Willke, Soziologe Universität Bielefeld und Zeppelin Universität Flavia Sutter,
Berufsfachschullehrerin Allgemeinbildung, GBS St.Gallen
Marcel Honegger,
Werkmeister Ausbildungswesen, Bruderer Maschinenfabrik AG in Frasnacht TG
Christian Schlegel,
Lehrgangsleiter ÜK Informatik und Mediamatik ZbW
       
Studium der Rechtwissenschaft und Soziologie in Tübingen und Köln, Promotion in Tübingen, Beschäftigt sich als Wissenschaftler mit Fragen der Wissenssoziologie und Global Governance Kfm. Lehre bei Bischoff Textil AG in St.Gallen, Wirtschaftsmatura ISME in St.Gallen, Dipl. Sekundarlehrerin PHSG, CAS in Grundlagen der Beratung von Berufsbildungsverantwortlichen, Dipl. Berufsfachschullehrerin EHB Lehre als Maschinenmechaniker bei STARRAG AG in Rorschach, Fachausweis Ausbilder am ZbW in St.Gallen, in Ausbildung als Erwachsenenbildner HF am ZbW in St.Gallen Nach Informatikstudium in St. Gallen in die Berufsbildung eingestiegen. Das Basislehrjahr Mediamatiker und Informatiker betreut. Fachausweis Ausbilder am ZbW und Experte im Bereich blended learning.

 

 

«Rasanter Wandel als Faktor systemischer Konfusion»

Prof. Dr. Helmut Willke lehrt seit 1983 Soziologie an der Universität Bielefeld; seit 2002 Professur für Staatstheorie und Global Governance. Seit 2008 Professur für Global Governance an der Zeppelin Universität, Friedrichshafen. Gastprofessuren in Washington D.C., Genf und Wien.

1994 Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Forschungsschwerpunkte sind Systemtheorie, Staatstheorie, globale Steuerungsregime, globale Netzwerke und Wissensmanagement. Autor des Grundlagenwerks zum systemischen Wissensmanagement.

Wandel ist das einzig Stabile und Verlässliche. Insofern sind Menschen und soziale Systeme längst und gut auf Wandel eingestellt. Dies gilt allerdings nur für kontinuierlichen und schrittweisen Wandel, nicht für disruptive Veränderungen und fundamentale Transformationen. Zwei Faktoren sprechen dafür, dass wir es gegenwärtig – und auf längere Zeit – mit disruptivem Wandeln zu tun haben: (1) eine sich vertiefende kontroverse Globalisierung und (2) der Übergang von der Industriegesellschaft in die Wissensgesellschaft, welche durch Digitalisierung, globale Vernetzung, künstliche Intelligenz und Roboterisierung gekennzeichnet ist.

Der Vortrag behandelt die Frage, wie sich Menschen und soziale Systeme auf diesen disruptiven Wandel einstellen. Auf den drei Ebenen (Person, Organisation und Funktionssysteme) werden Aspekte der Herausforderung und möglicher Copingstrategien behandelt. Am Ende werden einige Folgerungen aus den vorgetragenen Argumenten für die Notwendigkeit politisch/institutioneller Lernprozesse und für die Berufsbildung gezogen.