Schlagwort-Archive: Flexibilisierung

Inputforum zum Thema «Flexibilisierung der Berufslehren»

Martin Frieden, Eidg. dipl. Berufsfachschullehrer fachlicher Richtung, Abteilungsleiter «Informations- und Energietechnik IET» an der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern gibb und aktuell Projektleiter «Flexible Berufslehre». Lehre als FEAM, Studium Elektrotechnik an der Ingenieurschule Burgdorf, Nachdiplomstudium Software-Engineering, SWS, Spezialisierung UNIX und Führungsausbildungen an der Uni St.Gallen und der Berner FH. Praxiserfahrungen in Betrieben wie Tricom Telecommunication, ascom Tech AG und ascom Transmission AG.

In Bern wird aktiv an der zukünftigen Informatikausbildung als Konkretisierung der Berufsbildungsstrategie 2030 gearbeitet – sie soll flexibler ausgestaltet werden. Die Digitalisierung der Wirtschaft erfordert auch neue Modelle der Stoffvermittlung, davon sind die Initianten überzeugt. In einem ersten Schritt wird die Flexibilität des Modulsystems der Informatikausbildung den individuellen Bedürfnissen der betrieblichen Bildung orientiert. Die jungen Berufsleute lernen zu Beginn das, was sie im Betrieb dringend brauchen. In einem zweiten Schritt soll die Informatikausbildung mit einer Individualisierung des Unterrichts und einem zunehmenden Anteil an selbst-organisiertem Lernen bedarfsgerechter gestaltet werden. Dass Berufsschüler zunehmend ausserhalb der Schule lernen sollen, wird in der Arbeitswelt unterschiedlich bewertet und kommentiert. Das Pilotprojekt in Bern steht unter kritischer Beobachtung, insbesondere was die Lehrabbrüche und die Erfolgsquote bei den Lehrabschlüssen anbelangt.

 

Inputforum zum Thema «Flexibilisierung der Berufslehren»

Andreas Bischof, ist seit 2009 Leiter der Berufsbildung der Firma Bühler AG in Uzwil und damit verantwortlich für die Ausbildung von rund 300 Lernenden. Zuvor hat er an der Berufsfachschule Arbon während 18 Jahren unterrichtet und in verschiedenen Firmen als Konstrukteur gearbeitet. Andreas Bischof ist dipl. Ausbildungsleiter und hat 2015 an der ZHAW das MAS-Studium in Ausbildungsmanagement mit der Masterarbeit „Evaluation der Unterrichtsqualität im virtuellen Klassenzimmer“ abgeschlossen. Den Aufbau einer dualen Berufsbildung an den Bühler Standorten in Minneapolis (2012) und Raleigh (2015) gehörten zu den weiteren Herausforderungen, welche es mit seinem Team zu meistern galt.

Um Bühler Lernenden einen Auslandeinsatz von bis zu sechs Monaten während der Lehre zu ermöglichen, ohne dabei den Unterricht an der Berufsfachschule zu verpassen, haben Felix Tschirky (Prorektor BZWU) und Andreas Bischof gemeinsam das multimediale Klassenzimmer „ClassUnlimited 2.0“ entwickelt. Das dazugehörige didaktische Konzept wurde in enger Kooperation mit der PH St. Gallen bzw. dem Institut ICT & Medien auf Basis der flipped classroom Methode entwickelt. Diese Methode beinhaltet die unterschiedlichsten Themen wie die Digitalisierung des Unterrichts, zeitgemässe didaktische Lehr-/Lernformen, Sprach- und Kulturschulung und die Entwicklung der dualen Bildungskooperation. Die Lernenden erarbeiten sich teilweise ihr Wissen selbständig oder in Gruppen, geführt durch ein Learning-Management-System. Die Lehrpersonen bereiten die Lerninhalte mit Hilfe unterschiedlicher Medien vor und legen dabei das Vorgehen fest. Innerhalb des E-Portfolios bearbeiten die Lernenden die entsprechenden Lernobjekte, dokumentieren den Lernprozess, bekommen Feedbacks der Lehrpersonen und/oder der anderen Lernenden.