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Symposium 2015 » Heim-Vorteil

Heimerziehung wirkt, soviel vorweg. Aber während bei Institutionen für Kinder der Schutz des Individuums, z.B. vor ihren Eltern, im Zentrum steht, denkt man bei Jugendheimen eher an den Schutz (der Gesellschaft) vor diesen jungen Menschen. Heimerziehung wirkt auch bei Jugendlichen und zwar bessser als ihr Ruf. Deshalb aber von einem Heim-Vorteil zu sprechen, scheint doch etwas gewagt.

Kaum ein Berufseinstieg, den wir in der Institution Hölzli begleiten, läuft reibungslos ab. Oftmals brauchen alle Beteiligten Extraportionen Nerven, Humor und vor allem guten Willen. Wir nennen uns ein Haus der Chancen, denn unsere Begleitungsarbeit kann nur gelingen, wenn wir unseren Blick für kleine Schritte schärfen, wenn wir hartnäckig bleiben und eine ressourcenfokussierte Kultur etablieren. „Systemsprenger brauchen ein System, das sie aushält“, hat ein Freund einmal pointiert. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Es ist aber auch wichtig, beharrlich einzufordern.
Damit aus der Stigmatisierung wirklich ein Heim-Vorteil werden kann, arbeiten wir nach der Formel: Akzeptanz+Konfrontation=Entwicklung! Die Akzeptanz gilt der Persönlichkeit des jungen Menschen, die Konfrontation seinem (herausfordernden) Verhalten.

Fallbeispiele und Praxiserfahrungen bilden die Grundlage dieses Inputforums. Es werden Haltungen diskutiert und Lösungsansätze präsentiert.

Andrea Zuffellato
Lehrer, Ausbilder und Berater, Unternehmer und Autor Geschäftsführer des Weiterbildungsinstituts planoalto und der Institution Hölzli – einem Integrationsprojekt für junge Menschen in her-ausfordernden Lebensumständen.

Symposium 2015 » Erziehung in der Offenen Jugendarbeit

Die Lebenswelten von Jugendlichen sind geprägt von „erziehenden“ Erwachsenen. Dazu zählen Eltern, Lehrpersonen sowie Bezugspersonen im Ausbildungsbetrieb, in Vereinen und in diversen Angeboten der Offenen Jugendarbeit.
Doch die meisten Jugendlichen sehen sich als eigenständige, selbstbewusste junge Erwachsene, die vor Tatendrang strotzen und „keinen Bock“ auf Erziehung haben. Sie haben vielmehr das Bedürfnis ihre geballten Energien und Ideen auszuleben anstatt sich von Erwachsenen eingrenzen zu lassen.

Die Offene Jugendarbeit setzt in diesem Spannungsfeld an. Mit bewusst gestalteten Angeboten sollen Jugendliche Lernerfolge und Erfahrungen sammeln können ohne dabei belehrt und bevormundet zu werden.

Im Forum werden Methoden der Offenen Jugendarbeit erklärt und anhand von konkreten Beispielen der Offenen Jugendarbeit Stadt St. Gallen greif- und sichtbar gemacht. Mit Hilfe der Beispiele wird erklärt, wo sich Lerneffekte und Wertvermittlungen verbergen und so Erziehung ohne Mahnfinger möglich ist.

Andrea Thoma
MSc in Social Work; Jugendsekretariat der Stadt St. Gallen, Abteilungsleiterin Offene Jugendarbeit