Symposium 2015 » Wie der soziale Wandel gängige Konflikte zwischen Jugendlichen und Bildungsprofis dynamisiert

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wenn wir zur Welt kommen, sind andere schon da. Das mag eine erste narzisstische Verletzung sein. Aber sie fördert unsere soziale Disposition. Wir können nämlich ohne andere nicht leben. Die Gesellschaft prägt uns, manchmal sogar mehr als uns lieb ist. Daher die Frage: Was machen Bildungsprofis und Jugendliche aus dem, was die Gesellschaft aus ihnen macht? Wie gehen sie mit Konflikten und einem Konkurrenzdruck um, der Menschen oft mehr auseinander treibt, denn verbindet. Hilfreich ist die Frage nach dem sozialen Sinn und danach, was ich verliere, wenn ich nicht immer gewinne? Sie führt weiter, reicht aber nicht aus. Wichtig sind zudem gesellschaftliche Bedingungen, die anstelle der Defizit- eine Kompetenzmotivation fördern. Und was unterstützt sonst noch einen konstruktiven Umgang mit Konflikten, die sich durch neo-behavioristische Erziehungskonzepte weiter verschärfen dürften?

Prof. Dr. Ueli Mäder
Universität Basel (und FHNW), Soziologe