Fünftes Symposium Berufsbildung mit Besucherrekord

28. November 2014; Text Deborah Conversano

Am fünften Symposium Berufsbildung, welches am 28. November 2014 in der Olma-Halle 9 in St.Gallen stattfand, nahmen erstmals über 400 Personen teil. Diese erhielten einen vielseitigen Einblick in das Tagungsthema «Jugend von heute – und ihre Werte». Neben Referentinnen und Referenten kamen auch das Publikum und die Jugendlichen selbst zu Wort. Das Symposium wird vom Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung (OKB) organisiert.

Teilen, Rücksicht nehmen, Sinnhaftigkeit im eigenen Tun sehen, aber auch grosses Selbstbewusstsein, Ablöseprozesse oder der Spassfaktor – so äusserten sich am Symposium sechs Erwachsene, unter ihnen auch Bischof Markus Büchel, zu den Werten von Jugendlichen. Sechs junge Frauen und Männer hörten aufmerksam zu und schilderten anschliessend ihre Sicht der Dinge. So äusserte ein junger Mann, dass für ihn Spass bei der Arbeit nicht mit Lachen gleichzusetzen sei, sondern mit der Freude an der Sache. Für Erheiterung sorgte eine junge Frau, die auf die Frage, was Jugendliche von Erwachsenen halten, konterte: «Ab wann ist man denn eigentlich erwachsen? Ich finde, erwachsen ist man erst kurz vor der Pension.»

«Die Jugend» gibt es nicht

So vielfältig wie die Aussagen auf der Bühne sind die Lebenswelten von Jugendlichen im Allgemeinen. Dies zeigte Inga Borchard von der SINUS Akademie Heidelberg mit einem Einblick in die Sinus-Jugendstudie U18. Für diese wurden 14- bis 17-jährige befragt. Aus Fotos von Jugendzimmern, Interviewausschnitten und Zusammenschnitten von beliebten Musikstücken wurde deutlich, dass es «die Jugend» als geschlossene Gruppe nicht gibt. Sie ist unterteilt in eine Vielzahl von Untergruppen, von konservativ-bürgerlich bis hin zu experimentalistischen Hedonisten.

Doch es ging am Symposium nicht nur um die Werte Jugendlicher. Dr. Miriam Engelhardt vom Universitätsspital Basel zeigte die unterschiedlichen Werte der drei Generationen auf, die aktuell im Arbeitsleben stehen. Diese entstanden teils durch prägende Ereignisse in der Kinder- und Jugendzeit, wie beispielsweise die Mondlandung als Zeichen des «Alles ist möglich» oder die Katastrophe von Tschernobyl, die zu grosser Verunsicherung führte. Konflikte, so wurde deutlich, entstehen häufig durch eben diese unterschiedlichen Wertvorstellungen. So prallen Welten auf einander, wenn die traditionsbewussten «Babyboomer»sich mit den «Netzwerkern», auch Generation Y genannt, verständigen sollen, die laut der Referentin in der «Galaxie der Möglichkeiten» treiben.

Auszeichnungen in der Berufsbildung

Traditionellerweise werden am Symposium auch Perlen der Berufsbildung vergeben, die «internen Oscars des OKB», wie Moderator Max Koch sie mit einem Schmunzeln bezeichnete. In diesem Jahr wurden zwei Betriebe ausgezeichnet, welche sich für junge Menschen mit Handicap engagieren: Das Brüggli Romanshorn als Ausbildung- und Integrationsbetrieb sowie die Noldi Frommelt Schreinerei AG in Schaan als Lehrbetrieb.
Die Input- und Diskussionsforen boten den Teilnehmenden Gelegenheit zur Diskussion und das medien- und gesellschaftskritische Referat von Peter Schneider, Satiriker SRF, zusätzliche Inputs zum übergreifenden Symposiumsthema.

Neue Trilogie startet 2015

Das Symposium 2014 ist das fünfte, welches vom Ostschweizer Kompetenzzentrum für Berufsbildung, kurz OKB, organisiert wurde. Das OKB ist eine Kooperation der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG), dem Zentrum für berufliche Weiterbildung (ZbW) sowie dem Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität (IWP-HSG). Mit der diesjährigen Veranstaltung wurde die Trilogie beendet, die sich rund um Jugendliche drehte. Am 27. November 2015 startet mit «Bildungsprofis – die (un)heimlichen Begleiter» der nächste thematische Schwerpunkt.

Zahlreiche Informationen zum und Impressionen des Symposiums sowie Kurzfilme zu den «Perlen» finden sich auf
http://www.berufsbildung-ost.ch/symposium_2014/.