Forum 1 an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Dr. Martin Keller ist Lehrbeauftragter für Handlungskompetenz an der Universität St. Gallen. Leiter des Bereichs Schulführung und Schulentwicklung am Institut für Wirtschaftspädagogik. Arbeitsschwerpunkte: Schulberatung, Aus- und Weiterbildung von Schulleitungen und Lehrpersonen, Lehre und Unterricht an verschiedenen Bildungsinstitutionen, Konfliktmediation. Forschungstätigkeiten in den Bereichen Schulführung und Schulentwicklung, Konfliktklärung, Förderung und Beurteilung überfachlicher Kompetenzen.

Im Zusammenhang mit der Debatte über Schlüsselqualifikationen werden seit geraumer Zeit in der schweizerischen Berufsbildung vermehrt überfachliche Kompetenzen gefordert und in Lehrplänen als verbindliche Lernziele verankert. Berufsbildnerinnen und Berufsbildner müssen sich folglich zunehmend mit Fragen der Abgrenzung, Förderung und nicht zuletzt auch der Diagnose von überfachlichen Kompetenzen auseinandersetzen. Diese Aufgabe ist eine grosse Herausforderung, denn der Kompetenzbegriff selbst ist unscharf und die Vielfalt der überfachlichen Kompetenzen, welche eine wichtige Rolle spielen, sehr gross. Zudem fehlen in der Berufsbildungspraxis oft die Instrumente bzw. Verfahren, um eine Diagnose überfachlicher Kompetenzen vornehmen zu können.
Aus diesen Überlegungen möchte ich in diesem Forum den folgenden Fragen nachgehen:

  • Welche Funktionen kann die Kompetenzdiagnostik haben?
  • Welchen Qualitätskriterien sollte die Kompetenzdiagnostik genügen?
  • Welche möglichen Verfahren/Instrumente können wir in der Kompetenzdiagnostik einsetzen?

Durch diese Fragestellungen und anhand eines konkreten Praxisbeispiels werden wir die Gelegenheit haben, die Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung in der Berufsbildung zu diskutieren.

 

Kitty Kreienbühl-Lotz
Lehrgangsleiterin für üK
Branche „Dienstleistung & Administration“

Kitty Kreienbühl-Lotz ist seit mehr als 15 Jahren in der schweizerischen Berufsausbildung tätig und das macht ihr sichtlich Spass. Wir freuen uns, dass sie die Fachtagung 2016 moderiert. Ihr Spezialgebiet ist die kaufmännische berufliche Grundbildung, die sie aus Sicht der Lernenden, der begleitenden Berufsbildnerin und der Leiterin Berufsbildung kennt. Sie ist gerne auf der Suche nach aktivierenden und nachhaltigen Lehr- und Lernwegen. Als Leiterin von überbetrieblichen Kursen ist sie laufend mit überfachlichen Kompetenzen konfrontiert.
Kitty Kreienbühl-Lotz absolvierte im dualen Studium eine kaufmännische Ausbildung und ein Betriebswirtschaftsstudium an der VWA Koblenz, ist Ausbilderin mit eidgenössischem Fachausweis, Lehrgangsleiterin für überbetriebliche Kurse am ZbW und moderiert seit vielen Jahren unterschiedlichste Veranstaltungen.

Referat an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Dr. Annette Bauer-Klebl ist Projektleiterin am Zentrum für Hochschulbildung an der Fachhochschule St. Gallen (Hochschule für Angewandte Wissenschaften). Kompetenzprofil: Forschungs-, Beratungs- und Weiterbildungstätigkeit im Bereich Didaktik und Methodik, insbesondere Kompetenzdiagnostik und -entwicklung, Curriculumsentwicklung, Lernerfolgsevaluation, Schulqualität, Schulentwicklung, allgemeine, überfachliche sowie Wirtschafts- und Rechtsdidaktik, Evaluationen

Überfachliche Handlungskompetenzen sind gerade für das Lernen in der Höheren Berufsbildung und in der Erwachsenenbildung von grosser Bedeutung. So müssen Lernende zusammen mit anderen oder alleine lernen können, sie müssen sich etwa für das Lernen motivieren, einen Zeitplan erstellen, Wissen und Können aktiv erwerben und das eigene Lernen planen, überwachen und reflektieren können. Die Lernenden brauchen somit überfachliche Handlungskompetenzen wie etwa Team- oder Lernkompetenzen. Doch wie kann eine Bildungsinstitution gewährleisten, dass diese überfachlichen Handlungskompetenzen im gewünschten Ausmass im Rahmen der Aus- und Weiterbildung aufgebaut werden, so dass sie dem Lernenden bei Bedarf zur Verfügung stehen?
Im vorliegenden Beitrag soll dieser Frage nachgegangen werden. Es wird aufgezeigt, wie relevante überfachliche Handlungskompetenzen auf verschiedenen Ebenen aufgebaut und entwickelt werden können. Die Überlegungen werden an einem konkreten praktischen Beispiel veranschaulicht.

 

Referat an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Prof. Dr. Axel Koch gehört zu den führenden Experten für nachhaltig wirksame Personalentwicklung. Der Diplom-Psychologe ist Professor für Training und Coaching an der Hochschule für angewandtes Management in Erding. Breite Bekanntheit hat er durch seinen unter dem Pseudonym Richard Gris verfassten Wirtschaftsbestseller „Die Weiterbildungslüge“ (2008, Campus) erlangt. Die Zeitschrift Organisations-Entwicklung zählt ihn deshalb zu den „wichtigsten Vordenkern zu den wesentlichen Fragen zur Zukunft von HR“ (Dossier 2/12). Seine Transferstärke-Methode® gehört zu den Preisträgern beim Deutschen Weiterbildungspreis 2011.
Mehr unter: www.transferstaerke-coaching.de

Wieso schaffen es manche Menschen besser als andere, Lern- und Veränderungsimpulse aus Fort- und Weiterbildung umzusetzen? Dieser Frage ist Prof. Dr. Axel Koch, Autor des Wirtschaftsbestsellers «Die Weiterbildungslüge», nachgegangen. In den letzten sechs Jahren seiner Forschung an mehr als 2.500 Weiterbildungsteilnehmer ist er auf bestimmte Selbstveränderungs- und Selbststeuerungskompetenzen gestossen, die umsetzungsstarke Menschen teilen. Diese persönliche Kompetenz nennt er Transferstärke.
Seine vom Deutschen Weiterbildungspreis 2011 ausgezeichnete Transferstärke-Methode zielt nun darauf ab, Teilnehmer stark für die Umsetzung von Lerninhalten zu machen. Dies geschieht in 3 Schritten:

  1. Teilnehmer machen einen kurzen Test und erfahren in ihrem Transferstärke-Profil ihre Stärken und Risiken für den Umsetzungserfolg.
  2. In einem persönlichen Auswertungsbericht erfährt der Teilnehmer, mit welchem psychologischen Know-how er seine erkannten Risiken abbauen und so seine Lernziele effektiv erreichen kann.
  3. Ein anfängliches Transferstärke-Coaching unterstützt den Teilnehmer dabei, mit den Erkenntnissen aus seinem Transferstärke-Profils und den Handlungsempfehlungen wirksam zu arbeiten. Am Ende gibt es einen Doppelnutzen. Der Teilnehmer erreicht sicher seine Lernziele und steigert gleichzeitig seine Transferstärke. Das zahlt sich dann für künftige Weiterbildungen aus.

Das besondere Angebot für Sie als Tagungsteilnehmende:
Etwa 14 Tage vor der Fachtagung erhalten Sie den Zugang zum webbasierten Fragebogen, mit dem Sie dann Ihre Transferstärke testen können.
So wissen Sie selbst, wo Sie stehen und erfahren hautnah die neue Perspektive der Transferstärke.

 

Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenz diagnostizieren, weiterentwickeln und überprüfen

Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung 2016

 

 

Programm, Donnerstag 12. Mai 2016, ZbW St. Gallen

09.00 Ankommen/Kontaktpflege
Kaffee und Gipfeli im Bistro
09.30 Begrüssung
Kitty Kreienbühl-Lotz, Moderatorin
André Gnägi, Direktor ZbW
09.40 «Überfachliche Kompetenzen – Büchse der Pandora?»
Dr. Andreas Schubiger, Rektor ZbW
10.00 «Wie transferstark sind Sie?»
Referat Prof. Dr. Axel Koch, Hochschule für Angewandtes Management Bad Feilnbach
11.00 Forum A
Ihrer Wahl
Forum 1
«Diagnose überfachlicher Kompetenzen? Möglichkeiten und Grenzen einer herausfordernden Fragestellung»
Dr. Martin Keller, HSG
Forum 2
«Lernstrategien, Förderung der Lernkompetenz»
Dr. Andreas Schubiger, ZbW
Forum 3
«Kompetenzorientierte Curricula»
Dr. Susan Rosen, ZbW
Forum 4
«Mit Kleinmethoden überfachliche Kompetenzen entwickeln»
Harald Graschi, ZbW
Forum 5
«Kompetenzorientiertes Prüfen»
Dr. Gregor Thurnherr, ZbW
Forum 6
«Persönliche Transferstärke»
Team Erwachsenenbildner/in HF, ZbW
11.30 Berichte aus den Gesprächsrunden
12.00 Mittagessen
Innenhof ZbW
13.30 Forum B
Ihrer Wahl
14.30 «Entwicklung überfachlicher Kompetenzen, Gestaltung von Lernumgebungen»
Referat Dr. Annette Bauer-Klebl, FHS St.Gallen
15.30 Abschluss
Kitty Kreienbühl-Lotz, Moderation
Dr. Andreas Schubiger
15.45  Apéro für alle, die noch mögen

Kitty Kreienbühl-Lotz ist seit mehr als 15 Jahren in der schweizerischen Berufsausbildung tätig und das macht ihr sichtlich Spass. Wir freuen uns, dass sie die Fachtagung 2015 moderiert. Ihr Spezialgebiet ist die kaufmännische berufliche Grundbildung, die sie aus Sicht der Lernenden, der begleitenden Berufsbildnerin und der Leiterin Berufsbildung kennt. Sie ist gerne auf der Suche nach aktivierenden und nachhaltigen Lehr- und Lernwegen. Als Leiterin von überbetrieblichen Kursen ist sie laufend mit den Herausforderungen der „Königsdisziplinen“ Stoffreduktion, Visualisierung und Verdichtung konfrontiert.

Kitty Kreienbühl-Lotz absolvierte im dualen Studium eine kaufmännische Ausbildung und ein Betriebswirtschaftsstudium an der VWA Koblenz, ist Ausbilderin mit eidgenössischem Fachausweis, Lehrgangsleiterin für überbetriebliche Kurse am ZbW und moderiert seit vielen Jahren unterschiedlichste Veranstaltungen.

Kitty Kreienbühl-Lotz
Lehrgangsleiterin für üK Branche „Dienstleistung & Administration“

Das Wesentliche aus einer Gruppenarbeit zusammenzutragen, ist anspruchsvoll. Viele gute Ideen in nützlicher Zeit festzuhalten und geschickt zu visualisieren kostet oft viel Zeit. Gibt es nebst klassischen Moderationstechniken digitale Werkzeuge? Im Workshop lernen wir drei Techniken kennen, welche das Zusammentragen von Informationen erleichtern:

  • wir verdichten mit einem kollaborativen Mindmap unsere Ideen und veröffentlichen diese im Internet
  • wir erstellen einen kurzen Lernfilm und laden diesen auf ein Videoportal hoch
  • wir bauen in wenigen Minuten einen interaktiven Lerninhalt im Internet

Christian Schlegel
Dipl. Ing. Informatik FH und Lehrgangsleiter ZbW

Der Zeichenautomat – Vorstellungen auf den Punkt bringen und visualisieren. Der Zeichenautomat ist ein Projekt am Gestalterischen Vorkurs St.Gallen. Der Zeichenautomat visualisiert innert Minuten unsere formulierten Wünsche und Vorstellungen. Wie schafft er das? In seinem Innern sitzen Schülerinnen und Schüler des Vorkurses. Sie haben geübt, etwas skizzierend auf den Punkt zu bringen. Wie können wir lernen, spontan unseren zeichnerischen Ressourcen zu vertrauen und skizzierend zu kommunizieren? Welche zeichnerischen Erfahrungen und Erkenntnisse wir auch immer mitbringen, wichtig ist vor allem, uns über unsere Haltungen, Ansprüche und Ressourcen bewusst zu werden.

Workshop mit praktischer Übung und Austausch. Voraussetzung: Keine gestalterische Vorbildung, aber die Bereitschaft, sich persönlich einzulassen.

Dominik Noger
Dozent und Lehrgangsleiter am Gestalterischen Vorkurs St.Gallen

Christine Aebi
Dozentin am Gestalterischen Vorkurs St.Gallen und Illustratorin

Auf den Punkt gebracht: Storytelling ist eine der ältesten Trainingsmethoden der Menschheit. In diesem Workshop geht es darum, das Geschichtenerzählen als wirkungsvolles Kommunikationsinstrument zu erfahren, mit dem man komplexe Themen einfach auf den Punkt bringen kann.

Gut platziert und präsentiert: In diesem Workshop lernen Sie als Teilnehmende Geschichten zu Themen wie Kommunikation, Teamwork, Führung, Zeitmanagement, Veränderung etc. kennen und erhalten dabei Anregungen zur Reflexion und Anwendung.

Kleine Geschichten – Grosse Wirkung: Wenn Geschichten wirken sollen, dann benötigen sie mehr, als nur schnell vorgelesen zu werden. Mit der Workshop- Leiterin erleben Sie den Zauber des Erzählens neu und erhalten Inputs zu Stimme, Mimik, Gestik, Sprechtempo und Erzählpräsenz. Sie werden als Teilnehmende zu Erzählenden und können das Erfahrene anwenden.

Claudia Rohrhirs
Erwachsenenbildnerin, Clownin, Märchenerzählerin

Ausbildende sind Experten in ihrem Fachgebiet und können Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden sowie zentrale Zusammenhänge erkennen. Sogenannte Advance Organizers helfen den Lernenden, Verbindungen zwischen den neuen Fachinhalten und dem bereits vorhandenen individuellen Wissensstrukturen herzustellen. Wie visualisiere ich Wissen «auf den Punkt»? Wie erleichtert ein AO das Lernen? Was ist bei der Erstellung zu beachten? Welche Wirkung erzielt ein AO? Worin besteht der Nutzen für die Ausbildenden? Wie lässt sich ein AO mit anderen Unterrichtsmethoden einsetzen und kombinieren?

Interesse geweckt? Anhand von Forschungsgrundlagen und Praxisbeispielen werden Sie in das vielseitige Thema eingeführt.

Daniel Felder
Dozent und Kursleiter am ZbW, langjährige Erfahrung als Erwachsenbildner und Coach, tätig in verschiedenen Bildungsinstitutionen und Bildungsprojekten

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