Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

„Überfachliche Kompetenzen – Büchse der Pandora?“

Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenz diagnostizieren, weiterentwickeln und überprüfen

 

Programm, Donnerstag 12. Mai 2016, ZbW St. Gallen

9.00 Ankommen/Kontaktpflege
Kaffee und Gipfeli im Bistro
09.30 Begrüssung
Kitty Kreienbühl-Lotz, Moderatorin
André Gnägi, Direktor ZbW
09.40 «Überfachliche Kompetenzen – Büchse der Pandora?»
Dr. Andreas Schubiger, Rektor ZbW
10.00 «Wie transferstark sind Sie?»
Referat Prof. Dr. Axel Koch, Hochschule für Angewandtes Management Bad Feilnbach


Präsentation R1_Axel_Koch_Wie_transferstark_sind_sie

11.00 Forum A
Ihrer Wahl
Forum 1
«Diagnose überfachlicher Kompetenzen? Möglichkeiten und Grenzen einer herausfordernden Fragestellung»
Dr. Martin Keller, HSG


Präsentation F1_Martin_Keller_Diagnose_ueberfachlicher_Kompetenzen

Forum 2
«Lernstrategien, Förderung der Lernkompetenz»
Dr. Andreas Schubiger, ZbW


Präsentation F2_Andreas_Schubiger_Lernstrategien_Foerderung_der_Lernkompetenz

Forum 3
«Kompetenzorientierte Curricula»
Dr. Susan Rosen, ZbW
Forum 4
«Mit Kleinmethoden überfachliche Kompetenzen entwickeln»
Harald Graschi, ZbW


Präsentation F4_Harry_Graschi_Mit_Kleinmethoden_ueberfachliche_Kompetenzen_entwickeln

Forum 5
«Kompetenzorientiertes Prüfen»
Dr. Gregor Thurnherr, ZbW


Präsentation F5_Gregor_Thurnherr_Kompetenzorientiertes_Pruefen

Forum 6
«Persönliche Transferstärke»
Team Erwachsenenbildner/in HF, ZbW
11.30 Berichte aus den Gesprächsrunden
12.00 Mittagessen
Innenhof ZbW
13.30 Forum B
Ihrer Wahl
14.30 «Entwicklung überfachlicher Kompetenzen, Gestaltung von Lernumgebungen»
Referat Dr. Annette Bauer-Klebl, FHS St.Gallen


Präsentation R2_Annette_Bauer-Klebl_Entwicklung_uberfachlicher_Komptenzen

15.30 Abschluss
Kitty Kreienbühl-Lotz, Moderation
Dr. Andreas Schubiger
15.45  Apéro für alle, die noch mögen

Impressionen als Film

Forum 6 an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Studierende «Erwachsenenbildner/in HF» des ZbW und Prof. Dr. Axel Koch

Im Lehrgang «Erwachsenenbildner/in HF» des ZbW bilden sich erfahrene Fachpersonen für die Übernahme von Leitungs-, Entwicklungs- und Beratungsfunktionen in Unternehmen, Bildungsinstitutionen und Organisationen weiter. Dabei stehen Arbeitssituationen und Arbeitsprozesse der Teilnehmenden im Zentrum, die von diesen zu bewältigen sind. Eine enge Verzahnung zwischen Praxis und Theorie stellt deshalb eine wichtige Grundlage für den Transfer des Gelernten in die Arbeitswelt dar.
Im Vorfeld der Fachtagung bieten wir Ihnen die Gelegenheit, Ihre persönliche Transferstärke mit einem Onlinetest zu bestimmen. In diesem Forum unterstützen wir Sie bei der Interpretation Ihrer Testergebnisse. Sie erhalten Impulse zur Steuerung Ihres Lern- und Umsetzungserfolgs. Der Autor des Tests, Prof. Dr. Axel Koch, steht für weiterführende Fragen zur Verfügung.
Moderiert wird das Forum von einer Studierendengruppe aus dem Studiengang HF Erwachsenenbildung des ZbW. Die Studierenden haben den Test bereits durchgeführt und während eines Semesters an ihrer Transferstärke gearbeitet. Sie berichten über ihre Erfahrungen und stellen sich gerne der Diskussion.

 

Forum 5 an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Dr. Gregor Thurnherr ist Mitarbeiter im Kompetenzzentrum für angewandte Berufspädagogik beim Zentrum für berufliche Weiterbildung ZbW. Gesamtverantwortung «Ausbildung der Ausbildenden», Lehrgangsleiter «Ausbilder/-in mit eidg. Fachausweis» und «SVEB Module 4/5»
Arbeitsschwerpunkte: Ausbildung von Ausbildenden, individuelle Schulungen und Beratungen im Bereich Qualitätsentwicklung, Evaluation sowie bei Akkreditierungsverfahren.

An Ausbildungen und Lehrgänge wird der Anspruch gestellt, dass sie ihre Absolventinnen und Absolventen nicht nur «kompetenzorientiert» ausbilden, sondern sie auch entsprechend beurteilen und qualifizieren. Das Prüfen und Beurteilen von vorhandenen bzw. erlangten Kompetenzen sind eine Herausforderung und stellen hohe Ansprüche an die Beurteilenden.
Im Forum sollen folgende Fragen geklärt werden:

  • Was sind Merkmale kompetenzorientierter Prüfungen und Qualifikationsverfahren?
  • Welche Aufgabentypen eignen sich für kompetenzorientierte Prüfungen und Qualifikationsverfahren?
  • Was sind Merkmale von geeigneten Indikatoren und Kriterien für die Beurteilung von Kompetenzen?

Diese Fragestellungen leiten durch das Forum. Mit praktischen Übungen wird die Thematik praxisorientiert bearbeitet und vertieft. Zudem können Beispiele aus der eigenen Beurteilungs- und Qualifikationspraxis thematisiert werden.

 

Forum 4 an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Harald Graschi ist Lehrgangsleiter für «SVEB Modul 1» und «Lehrpersonen HF im Nebenberuf» am Zentrum für berufliche Weiterbildung St. Gallen
Arbeitsschwerpunkte: Aus- und Weiterbildung von Berufs- und Erwachsenenbildnern, Berufsfeld-Didaktik, Mitarbeit Methodenwürfel, Begleitung in mediendidaktischen Konzepten.

Lehrpersonen an Höheren Fachschulen erhalten die Lehraufträge primär wegen ihrer fachlichen Expertise. Geprägt von den eigenen Bildungserfahrungen, setzen sie bekannte wissensorientierte Lehr- und Lernstrategien ein. Gemäss den neuen Lehrplänen sind jedoch auch die Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen im Unterricht gezielt zu entwickeln. Dazu braucht es ein verändertes Lehr-/Lernverständnis und erweitertes Methodenrepertoire.
Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt des Workshops:

  • Welche Methoden eignen sich, um überfachliche Kompetenzen zu entwickeln?
  • Worauf ist bei der Planung der Methoden und Auftragsformulierung zu achten?
  • Welche Rolle nimmt die Lehrperson während der Durchführung ein?
  • Wie kann eine Auswertung auf mehreren Ebenen die Entwicklung der überfachlichen Kompetenzen fördern?

 

 

Forum 3 an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Dr. Susan Rosen ist Lehrgangsleiterin «Erwachsenenbildner/in HF», Lehrgangsleiterin «Praxisausbilder/in»; Modulleiterin «SVEB 2/3» und Fachlehrerin im «BKU-Studiengang (PHSG)»
Schwerpunkte: Berufsfelddidaktik, Allgemeine Didaktik, Curriculare Entwicklungsarbeit, Kollegiale Beratung in Gruppen, Aus- und Weiterbildung von Berufs- und Erwachsenenbildnern.

Die Curriculumrevision ist seit Jahren ein wichtiges Thema in der Reformdiskussion, weil zwischen den Inhalten bestehender Curricula und den Anforderungen im beruflichen Handlungsfeld eine immer grössere Lücke droht(e) und die Auszubildenden resp. Lernenden sich in der beruflichen Praxis als nicht oder nur wenig handlungswirksam erleb(t)en.
Die Kompetenzorientierung auf der Ebene der Curricula zielt vor allem darauf ab, die enge Fachlichkeit aufzuheben und Curricula zu entwickeln, die eine fächerintegrierende Zielorientierung auf der Ausbildungsebene besitzen. Das bedeutet, Bildungsziele, -inhalte und die Struktur bestehender Curricula kritisch zu hinterfragen und neu zu bestimmen. Die Gestaltung kompetenzorientierter Curricula erfordert von den Bildungsverantwortlichen curriculare Kompetenzen. Was aber bedeutet das konkret? Vor welchen neuen Herausforderungen stehen Bildungsverantwortliche? Welche Rolle spielt das fachsystematische Prinzip für die Auswahl und Anordnung der Ausbildungsinhalte?
Orientieren sich Ausbildungsinhalte an beruflichen Kompetenzen? Und wenn ja? Wie zeigt sich das in den Curricula?

 

Forum 2 an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Dr. Andreas Schubiger ist Rektor, stv. Direktor am Zentrum für berufliche Weiterbildung und Leiter Kompetenzzentrum für angewandte Berufspädagogik
Schwerpunkte: Berufsfeldanalysen, Allgemeine Didaktik, Lernprozessgestaltung, Transferdidaktik; Schulentwicklung, Curriculumsentwicklung, train the trainer.

Der Einsatz von geeigneten Lernstrategien wird im Zusammenhang mit der erfolgreichen Bewältigung von Ausbildungsanforderungen als zwingende Voraussetzung postuliert. Bildungsinstitutionen investierten in der Vergangenheit in diverse Formate der Entwicklung von Lernstrategien, respektive Lerntechniken. Untersuchungen der letzten zwanzig Jahre zeigen allerdings eine bescheidene Wirkung solcher Interventionen.

  • Wie können individuelle Lernstrategien erfasst werden?
  • Welche Interventionen sind mehr oder weniger wirksam?
  • Wie können Lernstrategieveränderungen induziert werden?

Das Forum verbindet Erkenntnisse aus Forschung und Unterrichtsalltag mit den Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und entwickelt konkrete Umsetzungsbeispiele für den eigenen Ausbildungsalltag.

 

Forum 1 an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Dr. Martin Keller ist Lehrbeauftragter für Handlungskompetenz an der Universität St. Gallen. Leiter des Bereichs Schulführung und Schulentwicklung am Institut für Wirtschaftspädagogik. Arbeitsschwerpunkte: Schulberatung, Aus- und Weiterbildung von Schulleitungen und Lehrpersonen, Lehre und Unterricht an verschiedenen Bildungsinstitutionen, Konfliktmediation. Forschungstätigkeiten in den Bereichen Schulführung und Schulentwicklung, Konfliktklärung, Förderung und Beurteilung überfachlicher Kompetenzen.

Im Zusammenhang mit der Debatte über Schlüsselqualifikationen werden seit geraumer Zeit in der schweizerischen Berufsbildung vermehrt überfachliche Kompetenzen gefordert und in Lehrplänen als verbindliche Lernziele verankert. Berufsbildnerinnen und Berufsbildner müssen sich folglich zunehmend mit Fragen der Abgrenzung, Förderung und nicht zuletzt auch der Diagnose von überfachlichen Kompetenzen auseinandersetzen. Diese Aufgabe ist eine grosse Herausforderung, denn der Kompetenzbegriff selbst ist unscharf und die Vielfalt der überfachlichen Kompetenzen, welche eine wichtige Rolle spielen, sehr gross. Zudem fehlen in der Berufsbildungspraxis oft die Instrumente bzw. Verfahren, um eine Diagnose überfachlicher Kompetenzen vornehmen zu können.
Aus diesen Überlegungen möchte ich in diesem Forum den folgenden Fragen nachgehen:

  • Welche Funktionen kann die Kompetenzdiagnostik haben?
  • Welchen Qualitätskriterien sollte die Kompetenzdiagnostik genügen?
  • Welche möglichen Verfahren/Instrumente können wir in der Kompetenzdiagnostik einsetzen?

Durch diese Fragestellungen und anhand eines konkreten Praxisbeispiels werden wir die Gelegenheit haben, die Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung in der Berufsbildung zu diskutieren.

 

Kitty Kreienbühl-Lotz
Lehrgangsleiterin für üK
Branche „Dienstleistung & Administration“

Kitty Kreienbühl-Lotz ist seit mehr als 15 Jahren in der schweizerischen Berufsausbildung tätig und das macht ihr sichtlich Spass. Wir freuen uns, dass sie die Fachtagung 2016 moderiert. Ihr Spezialgebiet ist die kaufmännische berufliche Grundbildung, die sie aus Sicht der Lernenden, der begleitenden Berufsbildnerin und der Leiterin Berufsbildung kennt. Sie ist gerne auf der Suche nach aktivierenden und nachhaltigen Lehr- und Lernwegen. Als Leiterin von überbetrieblichen Kursen ist sie laufend mit überfachlichen Kompetenzen konfrontiert.
Kitty Kreienbühl-Lotz absolvierte im dualen Studium eine kaufmännische Ausbildung und ein Betriebswirtschaftsstudium an der VWA Koblenz, ist Ausbilderin mit eidgenössischem Fachausweis, Lehrgangsleiterin für überbetriebliche Kurse am ZbW und moderiert seit vielen Jahren unterschiedlichste Veranstaltungen.

Referat an der Fachtagung Höhere Berufsbildung und Erwachsenenbildung

Dr. Annette Bauer-Klebl ist Projektleiterin am Zentrum für Hochschulbildung an der Fachhochschule St. Gallen (Hochschule für Angewandte Wissenschaften). Kompetenzprofil: Forschungs-, Beratungs- und Weiterbildungstätigkeit im Bereich Didaktik und Methodik, insbesondere Kompetenzdiagnostik und -entwicklung, Curriculumsentwicklung, Lernerfolgsevaluation, Schulqualität, Schulentwicklung, allgemeine, überfachliche sowie Wirtschafts- und Rechtsdidaktik, Evaluationen

Überfachliche Handlungskompetenzen sind gerade für das Lernen in der Höheren Berufsbildung und in der Erwachsenenbildung von grosser Bedeutung. So müssen Lernende zusammen mit anderen oder alleine lernen können, sie müssen sich etwa für das Lernen motivieren, einen Zeitplan erstellen, Wissen und Können aktiv erwerben und das eigene Lernen planen, überwachen und reflektieren können. Die Lernenden brauchen somit überfachliche Handlungskompetenzen wie etwa Team- oder Lernkompetenzen. Doch wie kann eine Bildungsinstitution gewährleisten, dass diese überfachlichen Handlungskompetenzen im gewünschten Ausmass im Rahmen der Aus- und Weiterbildung aufgebaut werden, so dass sie dem Lernenden bei Bedarf zur Verfügung stehen?
Im vorliegenden Beitrag soll dieser Frage nachgegangen werden. Es wird aufgezeigt, wie relevante überfachliche Handlungskompetenzen auf verschiedenen Ebenen aufgebaut und entwickelt werden können. Die Überlegungen werden an einem konkreten praktischen Beispiel veranschaulicht.

 

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